Was macht gutes Desinfektionsmittel aus? | Helfe

Was macht gutes Desinfektionsmittel aus? | Helfe Ratgeber

Inhaltsverzeichnis

Die Welt kämpft gerade gegen das Coronavirus und das Thema Desinfektionsmittel ist so präsent wie lange nicht mehr. Der WHO zufolge werden 80% aller Infektionen über die Keime auf den Händen übertragen. 

Regelmäßige und gründliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sind daher wichtig, um Krankheiten und Infektionen einzudämmen. Das gilt für Personen in medizinischen Pflege- und Betreuungseinrichtungen als auch für Privatpersonen. 

In diesem Artikel möchten wir Ihnen deshalb alles zum Thema Desinfektionsmittel und Handhygiene aufzeigen, sodass Viren, Bakterien und Keime keine Chance haben. 

Nosokomiale Infektionen

Ein hoher Einsatz von Antibiotika hat zum Ende des 20. Jahrhunderts dazu geführt, dass deutlich mehr multiresistente Keime und Erreger entstanden sind. Bakterielle Infektionskrankheiten sind somit kaum noch mit diesen zu behandeln. Zu den sogenannten Nosokomialen Infektionen gehören unter anderem Multi-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sowie Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)

 

Übrigens: Das Wort “Nosokomeion” steht dabei für Krankenhaus, wodurch es übersetzt Krankenhausinfektionen sind. 

In Deutschland sind die häufigsten nosokomialen Infektionen Venenkatheter Septitiden und Harnwegsinfektionen. Aber auch Lungenentzündungen treten nicht selten nach einer künstlichen Beatmung auf. In Zahlen erleiden etwa 3,5% aller Patienten in deutschen Krankenhäusern eine solche auf Allgemeinstationen. Auf den Intensivstationen sind sogar 15%

Folgende Faktoren haben Einfluss darauf:

  • das Alter
  • die Häufigkeit und Schwere der Erkrankung
  • der Einsatz der Techniken und Maßnahmen
  • die Durchführung der Maßnahmen
  • der Wissensstand des Personals
  • die Organisation des Krankenhauses
  • sowie die Hygienischen Vorkehrungen

Händedesinfektion ist aber nicht nur in Krankenhäusern ein wichtiges Thema, sondern auch an öffentlichen Plätzen und Orten und privaten Haushalten.

Der Kampf gegen das Coronavirus

Anfang 2020 ist SARS CoV-19 in China ausgebrochen und beeinträchtigt seither das alltägliche Leben der Menschen weltweit. Um einen effektiven Kampf gegen das Coronavirus führen zu können, ist der Ausnahmezustand in vielen Ländern ausgerufen worden. Auch Ausgangssperren und Kontaktverbote sind verabschiedet worden. Um sich selbst vor diesem Virus schützen zu können, ist eine regelmäßige und zuverlässige Handhygiene von großer Bedeutung. Dafür notwendig sind Seifen und Desinfektionsmittel

Deshalb sollten bereits bei der Planung die gewünschten Farben feststehen, sodass eine solche “Unordnung” gar nicht erst entstehen kann. Wenn die Möbellandschaft und die Accessoires bereits seit Jahren diese Wirkung haben, dann lohnt sich ein radikaler Cut und alles unpassende muss raus. Das muss nicht von heute auf morgen passieren, wichtig dabei ist nur, dass es sich Schritt für Schritt bessert. Dann steigen auch das Wohlgefühlt, die Harmonie und die Gemütlichkeit in diesem Raum wieder spürbar an. 

Was ist Händedesinfektion?

Um Infektionskrankheiten vermeiden beziehungsweise an ihrer Verbreitung behindern zu können, ist eine gründliche Händedesinfektion äußerst effektiv. Dies gilt für Krankenhäuser als auch Privathaushalte. Die Händedesinfektion mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel ist allerdings nicht nur zur derzeitigen Corona-Krise wichtig, sondern das ganze Jahr über. Denn an den Krankenhausviren sterben alleine in Deutschland jährlich tausende Menschen. Multiresistente Keime sind ein weltweites Problem und genau deswegen ist die Händedesinfektion ein wichtiges Thema für jeden

Die Händedesinfektion beschreibt die Eliminierung von Viren, Bakterien und Keimen, die sich an den Händen befinden und somit einfach an andere Personen weitergegeben werden könnten. Eine Händedesinfektion schützt also nicht nur einen selbst, sondern auch alle anderen wie beispielsweise die engste Verwandtschaft oder das medizinische Personal im Krankenhaus. 

Warum müssen Hände desinfiziert werden?

Bakterien, Viren und Keime können sich an jedem Körperteil festsetzen und von dort aus weitergegeben werden. Die Hände nehmen diesbezüglich aber eine besondere Rolle ein. Wir nutzen diese nämlich für alles. Sie sind quasi wie ein Werkzeug, welches wir im Umgang mit anderen Menschen und Gegenständen brauchen. Mit ihnen begrüßen wir uns, steuern unser Smartphone und öffnen Türen. Das medizinische Personal wechselt mit ihnen Verbände und verabreicht Medikamente. An all diesen Berührungspunkten können Keime weitergegeben werden, die wenn sie nicht eliminiert werden, eine Infektionsgefahr für jeden anderen darstellen können. 

Vorreiter Ignaz Philipp Semmelweis (1818 – 1865)

Ein österreichisch-ungarischer Gynäkologe mit Namen Ignaz Philipp erkannte im Zuge des Kindbettfiebers, das bei der Schwangerenuntersuchung die Krankheit an die Hände des medizinisches Personals weitergeben werden kann. Um dem vorbeugen zu können, mussten sich alle Beteiligten vor der Untersuchung einer Händedesinfektion unterziehen, welche mit Chlorkalk vonstatten ging. Diese Maßnahme ließ die Sterblichkeitsrate von Frauen drastisch sinken. Von 12% aller Schwangeren Frauen waren es danach nur 2%. 

Kann Händewaschen die Händedesinfektion ersetzen?

Nein. Handhygiene ist wichtig und zu dieser zählt zweifelsfrei das Händewaschen. Doch gerade in Pflegeheimen und Krankenhäusern müssen darüber hinaus auch die Hände desinfiziert werden. Um alle gefährlichen Krankheitserreger abtöten zu können reichen Wasser und Seife nicht aus. Doch nicht nur im Umgang mit alten und kranken Personen ist die Handdesinfketion unumgänglich. Ebenso bei sichtbaren Verletzungen wie Schnittwunden sollten die Hände erst gewaschen und getrocknet und im Anschluss desinfiziert werden

Gut zu wissen: Die Händedesinfektion ist deutlich wirkungsvoller und hautschonender als häufiges Händewaschen. Denn in einem Desinfektionsmittel für die Hände bildet Alkohol die Grundlage, welche mit rückfettenden und pflegenden Zusatzstoffen für die Haut versetzt wird. Ständiges Händewaschen hingegen lässt die Haut austrocknen und rissig werden.

Wie wird die Händedesinfektion richtig durchgeführt?

Für eine effektive und wirkungsvolle Händedesinfektion ist es wichtig, dass zu Beginn die Hände gewaschen und gut getrocknet werden. Im Anschluss müssen alle Bereiche der Hände mit dem Desinfektionsmittel bedeckt werden. Dazu zählen vor allen Dingen:

  • alle Finger inklusive Daumen
  • die Fingerzwischenräume
  • die Handgelenke
  • die Fingerkuppen
  • und die Hand Innen- und Außenseiten 

Nach dem Auftragen sollte das Desinfektionsmittel 30 Sekunden lang einwirken. Um sich vor Noroviren schützen zu können, vor allen Dingen nach einem Krankenhausaufenthalt, sollten die Hände zwei Minuten Zeit haben, das Desinfektionsmittel aufzunehmen. 

Was ist ein Desinfektionsplan?

Um Infektionen vermeiden zu können kann ein Desinfektionsplan sehr hilfreich sein. Das gilt ganz speziell für Einrichtungen, in welchen aseptisch gearbeitet werden muss. Dazu zählen:

  • Arztpraxen
  • Lebensmittelbetriebe wie Metzger und Bäcker
  • Pflegeheime
  • Krankenhäuser 
  • Pharmaunternehmen
  • Labore
  • etc.

Je nach Ort und Aufgabe sind die einzelnen Hygienepläne unterschiedlich. Ein solcher Desinfektionsplan kann aber auch Zuhause für guten Schutz vor Infektionen sorgen. Das gilt im speziellen bei Epidemien und Pandemien, wie der aktuellen Corona-Krise. 

In einem Desinfektionsplan wird festgelegt, wann welche Maßnahmen zur Virenbekämpfung beziehungsweise Vermeidung angesetzt sind. In Unternehmen in der Lebensmittelbranche geht es hier um die Qualitätssicherung und in Krankenhäusern sowie in Privathaushalten hat er die Aufgabe, das alle anwesenden Personen gesund bleiben. Bei einem Desinfektionsplan werden sämtliche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in kürze zusammengefasst. Dies kann stichpunktartig oder tabellarisch erfolgen. 

Wie könnte ein Desinfektionsplan für Zuhause aussehen?

In Unternehmen, Krankenhäusern und Co. regeln Vereinbarung und Gesetze, wie ofts wann und wo was desinfiziert und gereinigt werden muss. Im privaten Zuhause kann die Planung selbstständig übernommen werden. Wir empfehlen allerdings für eine gute Planung:

  • Das Händewaschen und Desinfizieren sofort beim nach Hause kommen.
  • Ebenso nach erhalt eines Paketes oder Briefes vom Postboten.
  • Zudem sollten oft verwendete Gegenstände wie Geldbörse, Smartphone und Schlüssel ebenso regelmäßig desinfiziert werden.
  • Darüber hinaus sollte mindestens einmal pro Woche eine Flächendesinfektion vorgenommen werden. Dabei werden alle alle Oberflächen wie Tische, Stühle, Türklinken und Co. gereinigt und desinfiziert.

Hinweis: Diese Maßnahmen in einem Desinfektionsplan festzuhalten empfehlen wir bei Epidemien/Pandemien sowie bei häufigen Krankenhausaufenthalten beziehungsweise -besuchen. 

Welche Inhaltsstoffe sind in Desinfektionsmittel enthalten?

Die WHO hat 2010 einen Ratgeber für die Herstellung von alkoholischen Händedesinfektionsmitteln veröffentlicht. Diese Vorgehensweise wird dann empfohlen, wenn Fertigpräparate nicht lieferbar sind. Desinfektionsmittel basiert hauptsächlich auf Alkohole. Dies können 1- oder 2-Propanol sein. Grundsätzlich sollte für gründliche und nachhaltige Händedesinfektion ein Desinfektionsmittel mit 60% bis 95% Alkoholanteil gewählt werden. Produkte mit höheren oder niedrigeren Konzentrationen sind weniger wirksam. Die meisten Märkte führen Desinfektionsmittel mit einem Alkoholanteil von 60 % bis 80 %. 

Ebenso neben Alkohol enthalten sind außerdem:

  • zusätzliche Antiseptika (Clorhexidin) sowie Ammoniumverbindungen
  • Sporizide (Wasserstoffperoxid) welche Bakterien abtöten
  • gelbildende Mittel sogenannte Emollentien zum Hautschutz (Glycerin)
  • etwas destilliertes Wasser

Manchmal sind noch schaumbildende Mittel in HDM enthalten. Farb- und Duftstoffe gelten als allergieauslösend und werden deshalb nicht eingesetzt. 

Chlor oder Peroxyessigsäure sind nicht in freiverkäuflichen HDMs zu finden. Wer diese wünscht muss sich diese selbst zusammenmischen. Dabei muss selbstverständlich auf die Herstellerangaben und die maximale Standzeit des Herstellers beachtet werden. Diese Stoffe gelten zudem als schlecht verträglich, weshalb diese nur sehr selten für die Händedesinfektion eingesetzt werden sollten.

Worauf beim Desinfektionsmittel kaufen achten?

Ein gutes Desinfektionsmittel sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • einen Alkoholanteil von mind. 60% und maximal 95% aufweisen
  • Emollentien für einen guten Hautschutz
  • eventuell auch über Sporizide und Antiseptika verfügen
  • KEINE Farb- oder Duftstoffe enthalten
  • KEINE Chlor- oder Peroxyessigsäure enthalten

Hinweis: Coronaviren sterben bereits bei Desinfektionsmitteln mit gerade einmal 62% Alkoholanteil.  

Desinfektionsmittel selber machen - WHO-Rezept

Die Weltgesundheitsorganisation, hat wie bereits erwähnt, ein Rezept veröffentlicht, um Desinfektionsmittel selbst herstellen zu können. Zugeschnitten ist dieses zwar auf Dritte-Welt-Länder, es enthält dennoch die wichtigsten Komponenten. An Zutaten werden folgende Dinge benötigt:

  • 830 ml Ethanol oder 750 ml Isopropylalkohol
  • 110 ml abgekochtes Wasser / destilliertes Wasser 
  • 42 ml Wasserstoffperoxid
  • 15 ml Glycerin

Glycerin, Isopropylalkohol und Ethanol sind in jeder Apotheke erhältlich. Zur Mischung notwendig ist außerdem ein Messbecher und ein großes Gefäß zum mischen. Dieses Rezept ist für einen Liter Desinfektionsmittel gedacht. Eine Sprühflasche ist ebenso zu empfehlen für den späteren Gebrauch beziehungsweise für die Aufbewahrung. 

Hinweis: Ein Desinfektionsmittel selber herstellen kann jeder. Dennoch sollte Sie sich bewusst sein mit potentiell gefährlichen Substanzen am Werk zu sein. Die Herstellung sollte daher im Freien stattfinden, fernab jeglicher Feuer- oder Hitzequelle. 

Schritt 1: 

Anfangs kommt das abgekochte Wasser / destillierte Wasser in den Mischbehälter. 

Schritt 2: 

Nun kommt das Ethanol oder der Isopropylalkohol in vorgegebener Menge dazu.

Schritt 3: 

Zu guter Letzt kommen noch das Wasserstoffperoxid und das Glycerin hinzu.

Schritt 4: 

Nun noch verrühren oder schütteln, abfüllen, beschriften und fertig. 

Wasserstoffperoxid tötet selbst die hartnäckigsten Bakterien. Selbst solche, welche in ausgetrockneten Zustand selbst hochprozentigen Alkohol überleben können. Glycerin sorgt dafür, dass die Haut nicht allzu stark angegriffen wird. 

  • Verstauen Sie Ihr selbstgemachtes Desinfektionsmittel außerhalb der Reichweite von Kinder, Hitze oder Feuer
  • Bei der Verwendung nicht in Berührung mit den Augen kommen
  • Zudem sollte dieses auf der Haut verrieben werden bis die Hände trocken sind
  • Dieses Desinfektionsmittel ist für ausschließlich für die äußere Verwendung gedacht

FAQ

Die Coronaviren lassen sich mit jedem Desinfektionsmittel abtöten, welches einen Alkoholgehalt von mindestens 62% aufweist.

Reines Händewaschen reinigt die Hände zwar vom Schmutz aber nicht von hartnäckigen Bakterien, Pilzen, Keimen und Viren. Aus diesem Grund sollten die Hände nach dem waschen unbedingt desinfiziert werden. Ganz besonders gilt dies bei einer Epidemie/Pandemie, für medizinische Angestellte sowie in Pflegeheimen und Arztpraxen.

  • Alkohol (Ethanol, Isopropylalkohol)
  • Glycerin
  • destilliertes Wasser
  • Antiseptika (Chlorhexidin)
  • Sporizide
  • Emulsionen
  • Wasserstoffperoxid

Ja, oben im Text findest du eine detailierte Anleitung für 1 Liter Desinfektionsmittel. Diese Anleitung wird von der WHO empfohlen.

Man sollte sich immer dann die Hände desinfizieren, wenn man nach Hause kommt. Zwischendurch reicht das Händewaschen vollkommen aus. 

Herkömmliche alkoholischen Desinfektionsmittel sollten etwa 30 Sekunden auf den Händen einziehen, sodass alle Erreger eliminiert werden können. Um eine Nosokomiale Infektion vorbeugen zu können, gerade nach einem Krankenhausaufenthalt beispielsweise, sollte das Desinfektionsmittel zwei Minuten einziehen. 

Ja und Nein. In Zeiten einer Epidemie oder Pandemie sollte man sich durchaus die Hände waschen und diese im Anschluss desinfizieren. Das gilt ebenso nach einen Krankenhausaufenthalt oder vor einem Besuch im Pflegeheim. In normalen Zeiten allerdings ist das Desinfizieren der Hände laut Robert-Koch-Institut nicht notwendig. 

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