Was sind Ätherische Öle? | Helfe

Was sind Ätherische Öle?

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Erklärung, Anwendung, Eigenschaften und Wirkung

Als Etherische Öle bezeichnet man die hochkonzentrierten Essenzen aus verschiedenen aromatischen Pflanzen. Sie können aus den Blättern, Zweigen, Samen, Blüten und dem Kraut gewonnen werden und verleihen der jeweiligen Pflanze einen angenehmen Duft. 

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Übrigens: Das Wort Ätherisch bedeutet soviel wie himmlisch duftend, geistig und flüchtig. 

Eigentlich sind die ätherischen Öle nur ein Nebenprodukt der Pflanze, das bei der Photosynthese entsteht. Sie bestehen aus organischen Stoffen wie Terpenen, Alkoholen, Ketonen und Estern und werden in den verschiedenen Pflanzenteilen gespeichert. Sie dienen wie eine Art “Hausapotheke” für die Pflanze, von der auch wir Menschen profitieren können. 

  • Es schützt die Pflanze vor Bakterien, Pilze und Viren
  • Aber auch vor Insektenbefall und anderen Tieren
  • sowie vor der Sonne (UV-Strahlen)
  • Es dient auch als Kommunikationsmittel 
  • und lockt Insekten für die Bestäubung an (Bienen)

Von uns Menschen werden die ätherischen Öle aus nahezu denselben Gründen verwendet. Sie schützen uns vor Mikroorganismen und Insekten und dienen als Geruch in Parfüm. Außerdem haben die wohligen Gerüche eine breite Palette an Wirkungen auf unseren Körper.

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Hinweis: Ätherische Öle dürfen nicht mit “fetten Ölen” verwechselt werden. Dazu gehören beispielsweise Mandelöl, Sonnenblumenöl oder Kokosöl. Sie alle dienen als Energiereserve für die jeweilige Pflanze

 

Wie wirken Ätherische Öle?

Ätherische Öle können über die Schleimhäute, die Lunge und die Haut aufgenommen werden. Ihre Wirkung kann sich so in den tieferen Hautschichten, der Blutbahn und den einzelnen Organen entfalten. Sie wirken beruhigend, schmerzlindernd, verdauungsfördernd, antibakteriell, unterstützen das Immunsystem bei einer Erkältung sowie die Haut.

Die Duftmoleküle der ätherischen Öle - Aufnahme mittels Schleimhäute

In unserer Nase befinden sich zwischen 10 und 30 Millionen Nervenzellen. Die sich dort befindliche Nasenschleimhaut verfügt über 400 verschiedene Rezeptoren für Duftstoffe, an der die etherischen Öle andocken können. Nach der Aufnahme mittels des sogenannte Schlüssel-Schloss-Mechanismuses wird ein Signal an das Großhirn weitergegeben. (limbisches System) Von dort aus können die ätherischen Öle dann ihre Wirkung erzielen. 

Je nachdem welcher wohltuende Geruch aufgenommen wurde, können die enthaltenen Duftmoleküle auf die Stimmung Einfluss nehmen. Sie wirken antidepressiv, beruhigend und schlaffördernd. Die ätherischen Öle können aber auch anregend und konzentrationsfördernd sein. Die Hormonproduktion wird ebenso durch sie reguliert.

Ätherische Öle als Lern- und Entspannungshilfe

Wir nehmen unsere Umwelt mittels unserer Sinne wahr. Gerüche spielen hierbei eine bedeutende Rolle. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Erinnerungen. Besonders gut zu erkennen wird dies bei der Vanille. Mit ihr verbinden wir die Advents- und Weihnachtszeit. Mit dem Duft von Lavendel vielleicht die Besuche bei der Oma oder einem Urlaub. Diese Assoziationen können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Über diesen Wege haben sie allerdings einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. 

Übrigens: Unsere Nase und somit unser Geruchssinn hat sich über viele hundert Jahre besser entwickelt, als unser Sehsinn. Wir können deshalb nicht nur die ätherischen Öle aufnehmen, sondern wählen ebenso unseren Geschlechtspartner nach diesem Sinn aus. 

Aufnahme über die Rezeptoren der Haut und die Lunge

Ätherische Öle können über die Hautrezeptoren bis in die tiefsten Hautschichten vordringen. Sie lassen sich außerdem auch einatmen, wodurch sie in den Blutstrom mit aufgenommen werden. Vom Blutkreislauf aus können sie sich dann im ganzen Körper verteilen und auch auf die Organe wirken. 

Über die Haut oder die Lunge aufgenommen wirken die ätherischen Öle anregend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und hautpflegend. Außerdem sind sie schmerzlindernd, verdauungsregulierend, schleimlösend und entkrampfend

Ihr Einfluss auf die Mikroorganismen

Ätherische Öle hemmen zudem unsere Mikroorganismen. Konkret betrifft dies Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze, die überall in und auf dem Körper zu finden sind. Auf unsere Bakterienkultur wirken sich somit antifungal, antibakteriell und antiviral. Übrigens: Es ist außerdem nachgewiesen, dass unsere Körperzellen förmlich “riechen” können. Sie besitzen also Rezeptoren, um Gerüche wahrnehmen zu können!

Eine Liste Ätherischer Öle und ihrer Wirkung

Es ist klar zu erkennen, dass die wertvollen Öle der aromatischen Pflanzen unterschiedlich auf den Körper wirken. Doch welche Pflanzen wirkt wie?

Folgende ÄTHERISCHEN ÖLE wirken:

Viren, Pilze, Bakterien und Keime finden sich überall. Zum einen in der Luft und zum anderen im inneren und äußeren unseres Körpers. So kann die Luft durch das Verbrennen von Weihrauch desinfiziert werden. Das gilt aber ebenso für den Duft von Lavendel. Nelken, Salbei und Kamille desinfizieren in Form von einem heißen Tee von innen heraus. 

  • Lavendel
  • Edeltanne
  • Salbei
  • Kiefernadel
  • Nelken
  • Eukalyptus
  • Lorbeer
  • Kamille
  • Myrrhe
  • Teebaum
  • Orange
  • Thymian
  • Weihrauch
  • Zwiebel
  • Zitrone

Verstopfung und Blähungen sind unangenehm und nervig. Ätherische Öle können aber auch bei derartigen Darmproblem und Flatulenzen ihre Dienste anbieten. Das gilt ganz speziell für Kümmel und Pfefferminze. Aber auch Zimt und Anis helfen bei der Peristaltik und sorgen für eine gesunde Darmflora

  • Majoran
  • Anis
  • Zimt
  • Fenchel
  • Kümmel
  • Pfefferminze
  • Ingwer

Die tolle Wirkung entfalten die Pflanzenöle ebenso bei Husten und Erkältung. Sie helfen dabei den Schleim zu lösen, sodass Sie wieder besser durch die Nase atmen können. Ihre entzündungshemmende Wirkung entfalten sie ebenso in einem Tee oder bei einer Dampfinhalation. Auch Halsschmerzen können mit ihnen behandelt werden. 

  • Fichte
  • Menthol
  • Minze
  • Salbei
  • Eukalyptus
  • Kamille
  • Muskat
  • Thymian
  • Pfefferminze
  • Zitrone
  • Thuja
  • Latschenkiefer

Um körperlichen als auch seelischen Schmerz zu lindern kommen ätherische Öle sehr gerne zum Einsatz. Besonders Prädestiniert sind dafür Kamille, Melisse und Vanille. Sie sind in vielen Tees, Cremes, Lotionen und Spirituosen zu finden und helfen dabei eine innere Ruhe ohne geistige oder körperliche Schmerzen herzustellen. 

  • Kamille
  • Kiefernnadeln
  • Cajeput
  • Koriandersamen
  • Pfefferminze
  • Geranium
  • Lorbeer
  • Melisse
  • Bergamotte
  • Vanille
  • Zimtrinde
  • Rosmarin
  • Nelke

Zu den wichtigsten Ursachen für unzählige Erkrankungen gehört Stress. Dazu gehören die allseits bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Bluthochdruck. Aber auch Depressionen und Burnout, welche durch eine mentale Störung verursacht werden. Ebenso die Krebsentstehung wird durch Stress gefördert. Daher ist es sehr wichtig von Zeit zu Zeit zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Folgende ätherischen Öle können dabei helfen:

Melisse
Orange
Jasmin
Fenchel
Lavendel
Ylang-Ylang
Ingwer
Kamille
 

Einige ätherische Öle für die Haut lösen Krämpfe und andere beruhigen sie. Sie können Rötungen und Juckreiz lindern und somit für ein schöneres Hautbild sorgen. Wiederum andere Öle sorgen mit ihrer Schärfe für eine stärkere Durchblutung, wodurch der Heilungsprozess in Gang gebracht wird. Gerade für die Wundheilung sind ätherische Öle also sehr zu empfehlen.

  • Benzoe
  • Lavendel
  • Narde
  • Bergamotte
  • Rose
  • Zeder

Die etherischen Öle helfen der Pflanze dabei, Schädlinge und andere feindliche Tiere fernzuhalten. Diese befreiende Wirkung können auch wir Menschen nutzen. Als effektiven Mückenschutz also nicht zum chemischen Produkt, sondern zu einer Pflanze mit ätherischen Ölen greifen und die Zeit draußen genießen. 

  • Eukalyptus
  • Teebaum
  • Citronella
  • Lemongrass
  • Nelke
  • Zedernholz
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Kampfer

Zu Beginn dieses Artikels haben wir bereits angesprochen, dass die ätherischen Öle durch das Riechen (Schleimhäute) aufgenommen werden können. Von dort aus gehen sie direkt in die Blutbahn und ins Gehirn. Ihre Wirkung und Stimulation auf verschiedene Gehirnareale können Depression und schlechte Laune behandelt werden. Sie helfen auch dabei den Hormonhaushalt in Balance zu halten. 

  • Neroli
  • Bergamotte
  • Rose
  • Angelikawurzel
  • Jasmin
  • Lorber
  • Kamille
  • Orange
  • Mandarine
  • Lemongrass
  • Geranium
  • Tonka
  • Pfeffer schwarz

Thymian, Rosmarin und Co. wirken aktivierend. Vor allen Dingen beim morgendlichen Tee lässt sich das gut erkennen. Die Pflanzenextrakte können darüber hinaus auch bei Konzentrationsschwierigkeiten hilfreich sein. Dies geschieht, in dem bestimmte Hirnareale stimuliert werden und andere nicht. Außerdem sorgen ein konstanter Puls eine eine ruhige Atmung für Unterstützung.  

  • Thymian
  • Muskatnuss
  • Fichtennadeln
  • Citronella
  • Rosmarin
  • Cajeput
  • Lemongrass
  • Eukalyptus

Ätherische Öle machen nicht nur glücklich, sondern helfen auch Entspannung und Ruhe zu finden. Gerade bei einem warmen, angenehmen Duftbad in Kombination mit diesen ätherischen Ölen kann dies erreicht werden:

  • Thymian
  • Citronella
  • Vanille
  • Citronella
  • Muskatnuss
  • Rosmarin
  • Fichtennadeln
  • Kamille

Welche Nebenwirkungen haben ätherische Öle?

Ätherische Öle können auch Nebenwirkungen hervorrufen, wenn sie falsch verwendet oder bei den falschen Menschen angewandt werden. Deshalb ist bei manchen pflanzlichen Ölen vorsicht bei der Handhabung geboten. 

Ätherische Öle bei Babys und Kindern

Babys und Kinder sollten NICHT mit ätherischen Ölen wie Kampfer oder Menthol in Berührung kommen. Das Bundesamt für Risikobewertung warnt davor, das schon kleine Mengen zu einer schweren Vergiftung beziehungsweise zu lebensbedrohlichen Kehlkopf Krämpfen führen können. Sie können zudem Ausschläge und Allergien hervorrufen. Ebenso Duftlampen, welche ätherische Öle enthalten, können zu Kopfschmerzen und Atemproblemen führen, laut Stiftung Warentest. Am besten ist es daher Kinder und Babys nicht mit den pflanzlichen Ölen in Kontakt zu bringen. 

Ätherische Öle in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sind manche ätherische Öle auch nicht zu empfehlen. Gerade solche, welche anregend und durchblutungsfördernd sind. Sie können nämlich vorzeitige Wehen hervorrufen. Dazu gehören Anis, Rosmarin, Thymian, Gewürznelke, Salbei, Thuja, Kardamom, Eisenkraut, Basilikum, Zimt, Oregano, Thymol, Kampfer und Fenchel.

Ätherische Öle bei Erwachsenen

Allergiker sollte außerdem die Finger von ätherischen Ölen lassen. Denn neben Hautirritationen und Juckreiz können auch Luftnot Folgen sein. Generell sollte die Anwendung nie pur, also in hoher Konzentration vonstatten gehen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, dann können Sie bei ihrem Hausarzt nachfragen. 

Wo finden ätherische Öle Anwendung?

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Vor allen Dingen in der Aromatherapie werden ätherische Öle verwendet. Dabei werden die wertvollen Pflanzenöle genutzt, um gegen körperliche und geistige Beschwerden anzugehen. Sie werden für entspannende Massagen und gesunde Tees verwendet. Ebenso werden sie Inhaliert und bei Kopfschmerzen auf die Schläfen aufgetragen. Sie bilden somit einen wichtigen Pfeiler in der Alternativmedizin. Eine besonders beliebte Methode ätherische Öle zu verwenden ist das Duftbad. Hier können die Öle ihre volle Wirkung entfalten und der gesamte Körper kann sie aufnehmen. Es gibt sie in Form von Badeölen und Badeperlen, welche auch selbst hergestellt werden können. 

Wie werden ätherische Öle gewonnen?

Die Ätherischen Öle werden während der Photosynthese von den Pflanzen produziert und in den verschiedensten Pflanzenteilen gespeichert. Von dort aus beginnen sie zu wirken und die Pflanze bei ihrem täglichen Überlebenskampf Unterstützung zu leisten. 

Wenn wir Menschen diese Pflanzenextrakte gewinnen wollen, müssen wir etwas Energie aufbringen. Im Lauf der Zeit haben wir verschiedene Gewinnungsmethoden entwickelt, die uns dabei helfen. 

Dazu zählt zum einen die mechanische Pressung. Dies ist die mit Abstand beste Methode zur Gewinnung von ätherischen Ölen. Denn hierfür werden keine chemischen Zusatzstoffe oder ähnliches benötigt. Vor allen Dingen Schalen, Hülsen und Wurzeln werden mit der Pressung behandelt. 

Eine weitere Methode zur Gewinnung der ätherischen Ölen ist die Extraktion. Hierbei werden Hexan, Methanol, Ether und Ethanol eingesetzt, um die wertvollen Öle zu gewinnen. Vor allen Dingen bei sehr empfindliche Pflanzen kommt diese Methode in Frage.

Wasserdampfdestillation ist die dritte Möglichkeit. Hierbei wird durch das Pflanzenmaterial Dampf geleitet. Dieser Wasserdampf nimmt dann die feinen Öle auf und transportiert diese einen externen Behälter. Die Gewinnung der Pflanzenextrakte kommt mit dieser Methode nur in Frage, wenn das Pflanzenmaterial einigermaßen stabil und widerstandsfähig ist. 

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Übrigens: Desto mehr ätherisches Öl in einer Pflanze steckt, desto stärker ist auch ihr Duft. Da diese Pflanzenextrakte allerdings sehr rar sind, können aus einem Gewächs nur wenige Tropfen gewonnen werden. Um beispielsweise ein Gram (25 Tropfen) Lavendelblütenöl zu gewinnen, werden 140 g Lavendelblüten benötigt. Für die gleiche Menge Rosenöl sind sogar bis zu 5 Kilogramm Rosenblüten notwendig!

Ätherische Öle als Badezusatz

Ein Duftbad ist noch immer das Beste zum zu entspannen und zu genießen. Schon zur Zeit des Hippokrates wurden spezielle Duftbäder mit ätherischen Ölen eingesetzt, um die geistige und körperliche Gesundheit zu fördern. Die Pflanzenextrakte haben einen guten Einfluss auf die Haut und die Durchblutung. Ebenso auch auf die Bakterienkultur.  

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