Hämorrhoiden - Sitzbäder als Unterstützung bei Beschwerden

Februar 08, 2022
Eichenrinde

Hämorrhoiden eine weitverbreitete Erkrankung

Brennende Haut und juckender After, dies sind die unangenehmen Beschwerden bei einer doch sehr häufig auftretenden Erkrankung, den Hämorrhoiden. Denn immerhin sind etwa 50% der Erwachsenen über 30 Jahren davon betroffen.

Wie bekommt man Hämorrhoiden?

  • genetische Veranlagung:
    Menschen mit Hämorrhoiden haben häufig eine angeborene Schwäche der Wände von Blutgefäßen, dies könnte auch ein Grund sein, warum Hämorrhoiden im Alter häufiger auftreten, denn die Elastizität der Gefäßwände lässt im Alter nach.

  • eine überwiegend sitzende Arbeits- und Lebensweise:
    Durch zu wenig Bewegung wird nicht nur der Darm träge, es kann auch zu Blutstauungen unterhalb der Hüfte führen. Dies kann wiederum die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen.

  • Chronische Darmbeschwerden wie Verstopfung:
    Verstopfungen entstehen in der Regel durch zu ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Flüssigkeit sowie mangelnder Bewegung. Da die zu geringen Stuhlmenden den Enddarm nicht ausreichend füllen und die Darmwand zu wenig gedehnt wird, wird bei der Stuhlentleerung, (da zu wenig Stuhlgang,) zu lange oder zu stark gepresst und dadurch der Druck auf die Blutgefäße zu stark.

  • Übergewicht:
    Das zu hohe Gewicht kann auf den Enddarm drücken und so die Blutzirkulation behindern, dies wiederum kann dann die Erweiterung der Gefäßpolster im Analbereich begünstigen.

  • Schwangerschaft:
    Ähnlich wie bei Übergewicht, kann auch bei einer Schwangerschaft durch die Gewichtszunahme, die Erweiterung der Gefäßpolster im Analbereich erfolgen. Oder auch, wenn das Kind auf den Darmbereich drückt. Außerdem lockert sich in der Schwangerschaft dasBindegewebe aufgrund der hormonellen Umstellung, um Platz für das Kind zu schaffen und den Körper für den Geburtsvorgang vorzubereiten. Schließlich kann aber auch ein zu straffer Schließmuskel Hämorrhoiden verursachen

Wie kann man Beschwerden durch Hämorrhoiden lindern?

Es gibt einige Tipps, um die Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden zu lindern, allen voran die Vermeidung von Verstopfungen, dann die Anwendung von diversen Salben, bis zu Sitzbädern. Es sollte jedoch erwähnt werden das stark vergrößerte Hämorrhoiden sich meist nicht von selbst zurückbilden. Eine Absprache mit dem Arzt ist empfehlenswert.

 

Welche Hausmittel wirken unterstützend bei Hämorrhoiden?

1. Ballaststoffreiche Ernährung:

Eine Ballaststoffreiche Ernährung ist sehr wichtig, um die Darmtätigkeit zu unterstützen und Verstopfungen zu vermeidenEssen Sie Vollkornprodukten, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Abführend wirken zum Beispiel Sauerkraut und eingeweichte Trockenfrüchte (wie Trockenpflaumen). Ein zusätzliches Hämorrhoiden-Hausmittel mit vielen Ballaststoffen ist Weizenkleie, Leinsamen oder Indischer Flohsamen. Sie können dies z.B Joghurt oder generell Ihren Speisen Essen beimengen, beachten Sie aber ausreichen Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Da die Ballaststoffe mit der Flüssigkeit aufquellen. Generell sollte gerade bei Verstopfung auf eine reichliche Flüssigkeitsaufnahmeachten. Empfohlen werden 1,5 bis 2 Liter pro Tag, am besten in Form von Wasser oder Tee. 

Verzichten Sie auch auf Lebensmittel, welche die Schleimhaut reizen. Dazu zählen Kaffee und scharf gewürzte Speisen.

 

2. Sitzbäder:

Für Sitzbäder wird klares Wasser verwendet. Es können jedoch auch Zusätze wie Kamille, Hamamelis, Arnika, Eichenrinde oder Teebaumöl dem Wasser beigemengt werden, diese unterstützen den Heilungsprozess. Diese Zusätze sind ohne Rezept in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Gerade die Eichenrinde ist dafür bekannt, dass die Gerbstoffe auf die Haut zusammenziehend wirken, dies wiederum unterstützt bei Schwellungen im Analbereich aber auch bei Kleinkindern, bei Reizungen der Haut im Windelbereich.

Auf Seife oder Badelotion im Badewasser sollte besser verzichtet werden, da die empfindliche Haut des Afters dadurch nur noch mehr gereizt werden könnte.

3. Salben:

Häufig werden bei Beschwerden im Analbereich Salben und Pasten mit Zink, Panthenol oder pflanzlichen Wirkstoffen wie Hamamelis oder Aloe Vera empfohlen. Diese finden Sie ebenso in den Apotheken und Drogerien.

Oftmals werden von Ärzten Salben, die für eine örtliche Betäubung sorgen, wie z.B. Salben mit dem Wirkstoff Lidocain verordnet.  Generell sollten Kortison haltige und betäubende Salben und Cremen, nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden. Es geht darum akute Beschwerden wie Hautreizungen und Jucken kurzfristig zu lindern, diese können aber keine dauerhafte Verbesserung bewirken.

Abschließend ist zu erwähnen, das Betroffene am besten so früh wie möglich einen Arzt konsultieren. Denn Hämorrhoiden sind zwar unangenehm, aber bei frühzeitiger Behandlung harmlos. Werden Sie jedoch ignoriert, kann es bis zu einer Operation führen.